Sachsenhausen, Brückenspielplatz

Der Brückenplatz in Sachsenhausen ist ein Ort, an dem sich das Leben ganz ungezwungen zeigt.

Er ist das pulsierende Herz des Brücken­ viertels, das sich zwischen Mainufer und Wallstraße erstreckt. Was man auf den ersten Blick sieht, ist ein lebendiger Spiel­ platz. Doch beim Pavillon der Demo­ kratie wurde klar, dass hier auch sonst viel mehr passiert als nur Sandburgen bauen und rutschen. Ich hatte das Gefühl, dieser Platz ist ein Spiegelbild dessen, was ein echtes Stadtviertel ausmacht: ein Zusammenspiel aus Ge­ schichte, Kreativität und Gemeinschaft.

Das Viertel verdankt seinen Namen der Alten Brücke, die schon im Mittelalter das Tor nach Sachsenhausen war. Früher war die Gegend geprägt von Hand­ werksbetrieben und kleinen Werkstätten, die die Nähe zum Fluss und zur Handels­straße nutzten. Dieser Charakter hat sich über die Jahrhunderte gewandelt, aber die Tradition des Handels und der individuellen Kreativität lebt im Brücken­ viertel fort. Heute findet man hier eine einzigartige Mischung aus kleinen Boutiquen, Ateliers und inhabergeführten Geschäften, die das Viertel über die Stadtgrenzen hinaus bekannt machen. Die Geschichte der Kleinunternehmer und des handwerklichen Schaffens ist es, die dem Brückenviertel bis heute seinen ganz eigenen Charme verleiht.

Bild des Pavillons mit Menschen davor. Der Pavillon steht im Wald

Die Elterninitiative Sachsenhausen (E.I.S.) spielt auf dem Platz eine zentrale Rolle. Seit Jahren kümmert sie sich mit viel Hingabe um den Spielplatz, der für die Familien in der Umgebung eine Art zweites Wohnzimmer ist. Die Arbeit der E.I.S. steht beispielhaft für gelebte Demokratie im Kleinen, wo Menschen zusammenkommen, um ihren Lebens­ raum zu verbessern. Wer auf dem Platz mit den Menschen ins Gespräch kommt, wie es die Ortsbeiräte gerne tun, der erfährt viel über die Bedeutung des lokalen Einzelhandels gesprochen, über die Herausforderungen, die ein historisches Viertel mit sich bringt, und über die Notwendigkeit, Tradition und Moderne zu verbinden. Man spürt, dass das Viertel nicht nur ein Ort zum Flanieren ist, sondern auch ein Raum, in dem Zukunft gedacht wird.

Der Brückenplatz ist eben nicht nur ein Spielplatz. Er ist ein Kreuzungspunkt der Geschichten und Bedürfnisse. Hier laufen die Fäden zusammen, die ein funktionierendes Stadtviertel ausmachen:

der historische Untergrund, der Zusam­menhalt und die wirtschaftliche Vitalität des Einzelhandels. So wie ich Sachsen­hausen auch andernorts erlebe, zeigt die Bewohnerschaft hier, dass Demokratie keine abstrakte Idee ist, die nur in Parla­menten besprochen wird. Demokratie ist dort, wo Menschen auf einem Platz zusammenkommen, miteinander reden, sich engagieren und gemeinsam dafür sorgen, dass ihr Zuhause ein guter Ort für alle ist.

Porträt von Christian Becker
Christian Becker

Impressionen

Mitten im Brückenviertel – dank eines neuen Regionalrats wurde auch in Sachsenhausen die Idee eines Community- Dinners fortgesetzt. Motto:

Food for democracy.

Frontalaufnahme des Pavillons
Idyllisch
Mitten in der Stadt und doch ziemlich lauschig: der Brückenplatz sorgte für ein angenehmes miteinander.
PEACE!
Der Regionalrat überreichte Mitgliedern des Ortsbeirats einen blumigen Friedensgruß.
Foto zeigt Menschen, die Auf Stühlen im Pavillon sitzen und schauen nach vorne

Ideen für Sachenhausen-

83 Ideen.

Top 5.

In unserem Stadtteil-Häuschen fragten wir: Was wünscht Du Dir für dein Viertel? Einige Ideen wurden besonders oft genannt – wie diese hier. Ein Überblick.

Grünes Sachsenhausen

Wir sagen ja!

Initiativen wie „Grünes Sachsenhausen“ begrünen Baumscheiben im Straßenraum. Die Frankfurter Stadtfarm bringt Perma­kultur ins Quartier und der Nabu betreibt ein Gartengrundstück zur Naturbildung. Kleinräumiges Grün mit großer Wirkung – für Klima, Begegnung und Artenvielfalt.

Verkehrswende in Sachsenhausen?

Wir sagen ja!

Am Mainkai wird über neue Platzgestal­tungen und Querungen diskutiert – statt pauschaler Sperrungen. Auch ein Tempo­30­ Prüfauftrag für den Schaumainkai steht im Raum. Die Stadt erkennt die Herausfor­derungen. Die Vision: Weniger Durchgangs­ verkehr, mehr Raum fürs Miteinander. Der Weg dorthin ist aber noch umstritten.

Mehr Wohnraum in Sachsenhausen?

Wir sagen:

Wir sind dran.

Die Preise steigen weiter: Durchschnittlich kostet der Quadratmeter hier 6200–6800 Euro, in Spitzenlagen sogar über 10.000 Euro. Gleichzeitig zeigt eine Stadt­umfrage: Über die Hälfte der Haushalte zahlt mehr als 29 Prozent des Einkommens für Miete. Der Bedarf wächst – doch bezahlbarer Neubau bleibt rar.

 

Mehr Sport in Sachsenhausen?

Wir sagen ja!

Im Seehofpark gibt es jetzt eine ein­ gezäunte Hundewiese mit Spielgeräten – ideal für ausgelassenes Toben. Auch am Otto­Hahn­Platz und im Tiroler Park gibt es freiwillig nutzbare Auslaufzonen. Fort­ schritt sichtbar.

Vorstellung

Macher:innen

vier Menschen stehen vor einer Wand mit der Aufschrift "Basement", Fotografie

JuZe basement26

JuZe basement26 ist der offene Kinder- und Jugendtreff im Bethanien-Haus in Sachsenhausen. Seit 2015 verwandelt er ein ehemaliges Schwimmbad in einen kreativen Club: Tonstudio, Sport- und Fitnessraum, Küche, Hausaufgabenhilfe, Deutschkurs mit Kinderbetreuung und viel Platz zum Chillen. Das Team stärkt Selbstvertrauen, bietet Ferienprogramme und lädt Jugendliche ein, ihr Viertel aktiv mitzugestalten.

Eine Frau hängt einen Mistelzweig auf. An dem Mistelzweig hänge Zettel.

VbFF – Verein zur beruflichen Förderung von Frauen e. V.

Der VbFF begleitet Mädchen und Frauen in Frankfurt auf dem Weg in Ausbildung, Arbeit und Wiedereinstieg. Beratung, Berufsorientierung, Vorbereitungskurse, Teilzeit-Ausbildung für Mütter, Coaching und spezielle Angebote für geflüchtete Frauen verbinden Praxisnähe mit Empowerment. Kooperationen mit Betrieben erleichtern Übergänge, Prüfungskurse stabilisieren Bildungswege.

Foto. Auf dem Bild sieht man im Vordergrund eine Person die am Handy ist. Der Bildschirminhalt ist nicht erkennbar. Im Hintergrund sitzen Menschen in Reihen.

Stiftung Ostwestpassagen

Nader Djafari

Die Stiftung Ostwestpassagen fördert den Dialog zwischen Orient und Okzident. Ehrenamtlich getragen, organisiert sie seit 2015 Vorträge und Begegnungen, die Verbindungslinien zwischen Kulturen sichtbar machen und Vorurteile differenziert hinterfragen; 2022 wurde sie als Stiftung etabliert. 2025 startete die Reihe „Lyrik und Musik des Orients“ – niedrigschwellig, bürgerschaftlich, vernetzt.

Regionalrat Sachsenhausen

Senayt Kesete

Der Regionalrat Sachsenhausen bündelt Vereine, Initiativen, Schulen, Kirchen, Gewerbe und Politik. Er berät, vermittelt und setzt Themen wie Sauberkeit, Sicherheit und Kultur auf die Agenda – besonders in Alt-Sachsenhausen. Der neu gewählte Rat kündigte 2024/25 an, Probleme vor Ort pragmatisch anzupacken und Engagement sichtbar zu machen – als Bindeglied zwischen Quartier und Rathaus.

Gebäudeansicht AWO

Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Frankfurt am Main e.V.

Die AWO Frankfurt ist ein starker sozialer Träger: von Kitas, Jugendhilfe und Migrationsberatung über Pflege, Quartiersarbeit und Freiwilligenprojekte bis zur Krisenhilfe. Im Stadtteil verknüpft sie professionelle Unterstützung mit Ehrenamt, fördert Teilhabe und bietet niedrigschwellige Beratung. Wer Hilfe sucht oder sich engagieren will, findet hier Anlaufstellen und Räume für Solidarität. In Sachsenhausen eröffnet die AWO ein neues Altenheim.